Der Engel Pfau
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Der Engel Pfau *
Zum Selbstverständnis der Yezidi 1
Prof. Dr. Ursula Spuler-Stegemann
Inhalt
Der göttliche melek tā’ūs, »der Engel Pfau«, ist die Zentralgestalt im Kult der traditionell oft
als »Teufelsanbeter« geschmähten Yezidi. Mythologisch ist diese Gottheit dem höchsten
Schöpfergott khode untergeordnet; religionsgeschichtlich ist sie als eine Mittlergestalt zwi-
schen diesem und der Menschenwelt zu werten. Die Verehrung des melek tā’ūs hat massive
Bezüge zum Sonnenkult, ist aber ihrer Herkunft nach noch weitgehend ungeklärt. Die Yezidi
selbst betrachten sich gern als die älteste Religion der Welt oder wenigstens des vorderasiati-
schen Raumes und führen ihre Ursprünge auf die Zeit vor Zarathustra zurück. Tatsächlich
sind sie eine Religion, die viele Elemente anderer Religionen in sich vereinigt und ihre heuti-
ge Gestalt spätestens im Mittelalter erhalten haben dürfte. In den beiden letzten Jahrzehnten
wurden die Yezidi aus ihrem angestammten Gebiet im Norden des Irak und in den osttürki-
schen Kurdengebieten größtenteils vertrieben. Von den weltweit höchstens 600.000 existie-
renden Yezidi leben etwa 20.000 in Deutschland und mühen sich, ihre angestammte religiöse
Identität trotz aller Widrigkeiten der Diasporasituation zu bewahren. Dabei entstehen Verän-
derungen in der Religion selbst.
»Die Jeziden sind Anhänger einer religiösen Sekte«, heißt es in dem der Allgemeinbildung
verpflichteten Brockhaus von 1898, »deren Bekenner sich auf dem Gebirge Sindschar in Me-
sopotamien angesiedelt haben. Ihre Religion bewahrt Überreste alten Heidentums in moham-
medanischer und christlicher Umdeutung und ist demnach ein Gemisch verschiedenartiger
religiöser Elemente; besonders verbreitet ist der Glaube an Zauberei... Ihr hervorragendster
Heiliger ist der wie ein Abgott betrachtete Scheich Adi, dessen Grabstätte ein großer Ehren
teilhaftiger heiliger Ort der Jeziden ist, bei welchem ein jährliches Pilgerfest abgehalten wird.
Die Jeziden verbergen ihre religiösen Bräuche ängstlich vor den Fremden. Besonders gilt dies
von ihrem in Lalesch befindlichen Centralheiligtum, einem großen viereckigen Gebäude,
worin ihr heiligstes Symbol, ein auf einem Kandelaber stehender Vogel, den sie Melek Taus,
das heißt Engel Pfauhahn, nennen und mit dem [4] Satan identifizieren, zur Verehrung aufge-
stellt ist; davon haben sie auch den Namen > Teufelsanbeter < erhalten.«
Die von Reisenden, Missionaren und durch Karl May mit seinem »Durchs wilde Kurdistan«
verbreitete Meinung, daß die Yezidi Teufelsanbeter seien, hat sich sogar bei namhaften Wis-
senschaftlern noch bis in die zwanziger Jahre dieses Jahrhunderts gehalten und die Yezidi für
die Forschung besonders reizvoll gemacht. Den Muslimen gelten sie auch heute noch als Teu-
felsanbeter, daneben aber auch als »Sonnenanbeter«. Die Türken sagen zu ihnen Mum Söndü,
»Die Kerze ist erloschen«; sie hängen an die finite Verbform »ist erloschen« das Pluralsuffix
-ler und kennzeichnen sie damit als »Kerzenauslöscher«. Auf diese Weise werden die Yezidi
beschuldigt, Orgien zu feiern. Mit demselben Ausdruck beschuldigen die Türken übrigens
auch die Alevi 2 der Promiskuität, das heißt die Angehörigen jener Religionsgemeinschaft, die
* Dieser Beitrag erschien erstmals in: Zeitschrift für Religionswissenschaft 5 (1997), S. 3 – 17. Die Zahlen in den
eckigen Klammern geben die Seitenzahlen der jeweils folgenden Textseite des Originals wider. Die ursprüngli-
che Orthographie wurde beibehalten.
1 Leicht überarbeitete Fassung des Textes meiner Antrittsvorlesung anläßlich der Ernennung zum Honorarpro-
fessor an der Philipps-Universität Marburg am 3. November 1995.
2 Die Alevi werden auch als Aleviten bezeichnet, dürfen aber nicht mit den ‘Alawiten oder Nusairi verwechselt
werden, die vor allem in Syrien leben.
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zum letzten Mal im März 1995 wegen ihrer blutigen Auseinandersetzungen mit sunnitischen
Islamisten in Istanbul in die Schlagzeilen gekommen ist.
Die Yezidi verstehen sich als ein eigenes Volk mit einer eigenen Religion. Dementsprechend
haben sie auch ein weltliches und ein religiöses Oberhaupt. Die meisten sprechen Kurdisch,
insbesondere den Kurmantschi-Dialekt; ihre Kultsprache aber ist – überwiegend – das Arabi-
sche. Die meisten, keineswegs alle Yezidi sind Kurden; doch nicht viele Kurden sind Yezidi.
Mehrheitlich gehören die Kurden dem sunnitischen Islam schafiitischer Rechtsschule an; un-
ter ihnen gibt es aber auch etwa 20 % Alevi und dazu Anhänger weiterer kleiner Religions-
gemeinschaften wie die Šabbak oder die Ahl-i Haqq, »Leute der Wahrheit«.
Die Yezidi halten sich exklusiv für das »auserwählte Volk« Gottes. Sie begründen das mit der
altiranischen Vorstellung, daß sie allein von dem androgynen Adam abstammen und nicht –
wie später alle anderen Menschen – aus der Verbindung von Adam mit Eva hervorgegangen
seien. Einer ihrer Mythen zufolge brachte Adam sein Sperma in einen Tonkrug ein, dem nach
neun Monaten ein Zwillingspaar entstieg, das dann die Yezidi erzeugte. Im Sinne dieser ganz
besonderen Abkunft allein vom Stammvater Adam bezeichnen sich die Yezidi auch provon-
ciert als »Kinder Adams«. Das ist die gängige Erklärung. Chaukeddin Issa, ein kenntnisrei-
cher Yezidi, erklärte mir, daß diese Geschichte kein bißchen wahr sei.
Richtig sei hingegen, daß unmittelbar nach der Geburt eines Yezidi dem Kind symbolisch ein
Stück von melek tā’ūs 3 eingepflanzt wird, so daß es ein Teil von ihm wird; zum Yeziditum
überzutreten hätte folglich gar keinen Sinn, denn kein Konvertit könne jemals der Segenskraft
des melek tā’ūs teilhaftig werden. Issa sagte: »Er bedeutet für uns alles, auch wenn er nicht
Gott ist. Er steht im Zentrum unseres Glaubens.«
[5] Die Selbstbezeichnung der »Yezidi« oder »Jeziden« ist Ēzīdī. Woher diese Bezeichnung
kommt, ist – wie so vieles, das dieses eigenartige Religionsvolk anbetrifft – ungewiß. Sie
selbst leiten heute ihren Namen gern vom persischen yazdān oder īzad, höchstes Wesen,
Gott«, ab; eine andere Etymologie geht von dem Gott Azda aus, der in ihren Mythen vor-
kommt, wobei er mit dem altiranischen Gott Ahura Mazda gleichgesetzt wird. 4 Beiden Ablei-
tungen zufolge würde Ēzīdī »Gottesanbeter« bedeuten. Damit wäre der Spieß umgedreht, und
aus den »Teufelsanbetern« werden »Gottesanbeter«. Heute wird auch das Tabu-Wort šaytān,
also »Satan«, umgedeutet, 5 und zwar in »der Engelgestaltige«, wofür man etymologisch das
Kurdische bemüht. Diese Deutungen sind etymologisch gesehen zwar vermutlich falsch, tref-
fen aber den Kern heutiger Lehre. Die Yezidi sind jedenfalls Monotheisten, verehren den ei-
nen, höchsten Gott, den sie khode, »der Herr«, nennen, und beten keineswegs den Teufel an.
3 Die Bezeichnungen für den Engel Pfau variieren; in den Quellen und in der Literatur lauten sie überwiegend:
melek tā’ūs, tā’ūs-i malak, tawūsī melek, tawūsī malak oder auch melek taus.
4 Z.B. Issa, Die ēzidische Religion, Berlin 1994, 20 u. 42, wo Azda als »mein Schöpfer« gedeutet wird. Im übri-
gen findet sich in G. Furlani, Testi religiosi dei Yezidi, Bologna [1930], 109, der Text eines Anfang dieses
Jahrhunderts in Eriwan von Scheich Mirān Ismāīl kompilierten »Katechismus«, dessen 2. Artikel »Unser
Prophet ist Yazīd« lautet. Diese besondere Gewichtung Yazīds könnte ebenfalls die Namensgebung bewirkt
haben, zumal er auch als Tabu-Name gilt. F. Meier, »Der Name der Yazīdī’s«, in: E. Glassen; G. Schubert (Hg.),
Bausteine II. Ausgewählte Aufsätze zur Islamwissenschaft von Fritz Meier, Istanbul 1992, 245 ff., führt deren
Namen auf Yazīd ibn Mu‘āwiya zurück.
5 Das steht im Gegensatz zu Mashaf-i räš, hs. von M. Bittner, in: Die heiligen Bücher der Jeziden oder Teufels-
anbeter, Wien 1913, XXIV (12) (b), 35; »Es ist nicht recht, daß wir das Wort šaitān sagen, weil es der Name
unseres Gottes ist« Vermutlich identifizieren die Yezidi den šaitān mit ihrem zwar einst gefallenen, aber von
Gott wieder in Ehren angenommenen melek tā’ūs, so daß für sie der šaitān eine durch und durch positive Größe
ist; da er aber in ihrer islamischen Umwelt durchweg negativ gewertet wird, vermeiden sie möglicherweise diese
Ernennung, um Mißverständnisse zu verhindern.
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Im Laufe ihrer Geschichte hatten die Yezidi unter zahlreichen, schwersten Verfolgungen zu
leiden. Zu ihren Überlebensstrategien gehört deshalb die taqīya (persisch ketmān), die »weise
Vorsicht«, die verlangt, daß man im Falle von Bedrohung seine religiöse Identität nicht preis-
gibt. Genauso verfahren die Alevi in der Türkei, die Drusen im Libanon oder die Mandäer im
Irak und in Iran. Der Grundgedanke ist offenbar von den schiitischen Muslimen übernommen
worden, denen die taqīya Pflicht ist. Deshalb kann man zum Beispiel auch nicht herausbe-
kommen, wieviele Schiiten in Deutschland leben. Die Gefährdung entsteht hier hauptsächlich
durch den inner-islamischen Konflikt. Nicht einmal in Deutschland gibt es für die Yezidi ab-
solute Sicherheit. Am 5. Juli vergangenen Jahres wurde in Hameln ein Yezidi von einem fa-
natischen deutschen Muslim ermordet, nur weil er diesem gegenüber seine Religionszugehö-
rigkeit angegeben hatte. Als Yezidi erkannt zu werden, kann also lebensgefährlich sein.
Wegen der taqīya gibt es auch keine Statistiken über die Anzahl der Yezidi. Schätzungen zu-
folge leben noch etwa 100.000 yezidische Familien. Die Yezidi selbst sprechen – leicht über-
treibend – von noch 600.000 Anhängern. Daß kleine Glaubensgemeinschaften wie die Man-
däer oder die Alevi sich gerne ein bißchen größer machen, ist bekannt und schließlich auch
verständlich.
[6] Das eigentliche Zentrum der Yezidi mit ihrem bedeutendsten Heiligtum, dem Grabmal des
Scheich ‘Adi zu Lalisch, liegt im Irak, und zwar im Šaykhān-Bezirk nordnordöstlich von Mo-
sul zwischen dem Tigris und dem Großen Zab. Außer im Irak finden wir sie auch in Syrien in
der Nähe von Aleppo. Aus der Ost- und Südost-Türkei sind sie inzwischen fast alle vertrieben
worden, wie auch die dortigen Christen. In Iran gibt es noch einige Siedlungen vor allem um
den Urmia-See. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts waren Yezidi in Scharen nach Georgien
und nach Armenien geflüchtet. In großen Enklaven in den Bergen bei Eriwan haben sie dort –
als seit 1989 offiziell anerkannte Minderheit – die vergleichsweise besten Lebensbedingungen
gefunden. Das armenische Christentum hat bei ihnen deutliche Spuren hinterlassen. Ein Bild
von Maria mit dem kleinen Jesus auf dem Schoß hängt beispielsweise in dem Haus eines ye-
zidischen Scheichs, also eines hochrangigen Priesters, neben armenischen Kirchenvätern wie
dem Hl. Sergius und dem Hl. Gregor. Jesus gilt den Yezidi im übrigen als eine Lichtgestalt,
die gar nicht gekreuzigt werden konnte, was auf gnostischen Einfluß deutet; aber auch der
Koran verneint die Kreuzigung Jesu (Sure 4, 157 f.)
Traditionell üben die teils halbnomadisch lebenden Yezidi vor allem landwirtschaftliche Be-
rufe aus, werden heute aber zunehmend von den Städten angelockt. Der Anteil der Analpha-
beten unter ihnen ist sehr groß. Denn zu den zahlreichen yezidischen Tabus gehörte bis zur
Jahrhundertwende, daß die Laien nicht schreiben und lesen lernen durften.
In allen islamischen Ländern werden die Yezidi verfolgt, verstärkt in den letzten 20 Jahren.
1975 wurden die irakischen Yezidi sogar aus der für ihre religiöse Orientierung zentralen
Bergregion des Ğebel Sinğār vertrieben und in muslimische Dörfer umgesiedelt. Zudem aufs
engste mit dem Schicksal der Kurden verbunden, verloren viele der noch Verbliebenen bei
den Giftgas-Angriffen sowie Bombardierungen der irakischen und türkischen Kurdengebiete
ihr Leben. Massive Unterdrückung und die im Islam sonst nicht übliche Zwangsislamisie-
rung, oftmals durch erzwungene Heirat verschleppter Yezidi-Frauen mit Muslimen, bedrohen
heute ihre Existenz in den islamischen Ländern.
Es ist vor allem den Gutachten des Göttinger Religionswissenschaftlers und Yezidi-Experten
Gernot Wießner, seinem persönlichen Einsatz bei den zuständigen Behörden-Aktivitäten, die
nicht zuletzt auf das couragierte Engagement auch seiner Frau vor Ort zurückgehen, – zu ver-
danken, daß den Yezidi in Deutschland aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit Asyl gewährt
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wird. Deshalb leben etwa 20.000 Yezidi mitten unter uns; sie haben sich vor allem in Nieder-
sachsen und in Nordrhein-Westfalen zusammengefunden.
Man wird als Yezidi geboren und kann nicht Yezidi werden. Kein Muslim, kein Jude, kein
Christ kann jemals zu ihnen übertreten. Andererseits wird jeder, Mann oder Frau, von ihnen
verstoßen, der eine Ehe mit einem nicht-yezidischen Partner eingeht. Sogar intern sind die
Heiratsmöglichkeiten eng begrenzt. Die yezidische Gemeinschaft ist nämlich – grob gespro-
chen – in zwei große Klassen aufgeteilt: einerseits die hierarchisch in Kasten gegliederten und
streng nach Aufgaben von einander getrennten Priesterfamilien, andererseits die große Masse
der Laien, die [7] gruppen- und gebietsweise ganz bestimmten Priesterfamilien zugeordnet
und für deren Lebensunterhalt verantwortlich sind. Heiraten sind nur innerhalb der jeweiligen
»Religionsfamilien«, wie Gernot Wießner sie nennt, 6 gestattet. Die heutige Diaspora-
Situation bringt es allerdings mit sich, daß die Endogamie für Angehörige der Laien-Kaste
gelegentlich gelockert wird.
Im übrigen hat jeder erwachsene Yezidi außer seinen Angehörigen noch einen »Jenseits-
Bruder«, biraye akhiretē, bzw. eine »Jenseits-Schwester«, ein Brauch, den wir als musahiplik
auch bei den Alevi finden. In feierlichem, religiösen Zeremonien werden jeweils zwei Männer
bzw. zwei Frauen, die sich gegenseitig darauf verständigt haben, in einer Art »Patenschaft für
Erwachsene« auf Lebenszeit miteinander verbunden. Diese sogenannten »Jenseitsgeschwis-
ter« erfüllen wichtige Funktionen in der Familie, beispielsweise beim Schlichten von Streitig-
keiten; auch müssen sie gemeinsam mit dem familiär zuständigen Priester bei dem Sterbenden
zugegensein, die Gebete sprechen und schließlich die Sorgepflicht für die Hinterbliebenen
übernehmen. Ebenso wie bei der strikten Endogamie, deren traditioneller Hauptzweck die
gleichbleibende materielle Absicherung der verschiedenen Priesterfamilien war, zeigt also
auch die Institution des »Jenseits-Bruders« bzw. der »Jenseits-Schwester« die enge Verzah-
nung der yezidischen Religion mit sozialen Bereichen.
Die spekulative oder mythologische Seite der Religion der Yezidi enthält viele uralte, schwer
einzuordnende Elemente. Einiges stammt wahrscheinlich aus dem altbabylonischen Gestirn-
Kult, die Sonnenverehrung vielleicht aus dem Mithras-Kult. Es gibt zoroastrische Elemente
genauso wie jüdische, mandäische, manichäische, gnostische, orientchristliche und islami-
sche, insbesondere sufische, also mystische, außerdem regionale Einflüsse anderer Religionen
in der Kurdenregion wie der Ahl-i Haqq bzw. ‘Alī Ilāhī oder der Šabbak, schließlich noch
etliche lokale oder auch stammesbezogene religiöse Traditionen.
In der einschlägigen Literatur findet sich manches Wissenswerte über die Einflüsse aller die-
ser Religionen. Doch ist noch vieles ungeklärt. Das gilt insbesondere auch für die Herkunft
des ausgeprägten Vogel-Kults der Yezidi, der keineswegs nur den Pfau einschließt und ein
wichtiger, sehr alter Bestandteil yezidischer Mythologie ist. Dieser Vogel-Kult wird verständ-
licher, wenn man sich vorstellt, daß die Vögel die einzigen größeren Lebewesen sind, die sich
in der Luft bewegen, die also eine Verbindung zwischen Himmel und Erde herstellen und
Übermittler göttlicher Botschaften an die Menschen ebenso wie der Gebete von Menschen an
die Gottheit sein können.
Eine große Schwierigkeit ist, daß das Wissen über die eigene Religion bei den Yezidi sehr
dürftig, bei den Laien in der Regel so gut wie gar nicht vorhanden ist, ähnlich wie es sich
auch bei den anatolischen Alevi, bei den Drusen oder bei den Mandäern feststellen läßt.
6 G. Wießner, Art. »Yezidi«, in: M. u. U. Tworuschka, Bertelsmann Handbuch Religionen der Welt. Grundla-
gen, Entwicklung und Bedeutung in der Gegenwart, Gütersloh; München 1992, 416.
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[8] Die yezidischen Glaubensinhalte und Riten werden allein durch einige heilige Priesterfa-
milien tradiert, vor allem mündlich. Ihre Religion ist für sie die einzig wahre. Bibel und Ko-
ran gelten nur insoweit, wie sie mit yezidischen Lehren übereinstimmen, zum Beispiel im
Falle einschlägiger Speisetabus. Ihre großen Feste werden noch heute gefeiert. Sie begehen
den Mittwoch als ihren Wochenfeiertag, an dem sie keinerlei Aktivitäten ausüben, ja sich
nicht einmal waschen. 7 Sie halten eine Reihe von Fastentagen und verrichten ihre rituellen
Tagesgebete – allerdings kaum mehr in der eigentlich vorgeschriebenen Weise – vor allem
bei Sonnenaufgang, zum Sonnenhöchststand und bei Sonnenuntergang jeweils in Richtung
zur Sonne, die vor dem Bösen schützt, und möglichst auf einer Anhöhe. Was einst zu Bauern
und Viehzüchtern in den Bergen Kurdistans oder Armeniens paßte, wirkt freilich heute auf
junge Yezidi im Häusermeer westlicher Großstädte wie ein Anachronismus.
Riten, die noch allgemein praktiziert werden, sind zum Beispiel das Haaropfer, das oft fälsch-
licherweise als »Taufe« bezeichnet wird. Kleine Haarbüschel werden unter Gebeten des zu-
ständigen Scheichs oder Pīr, also eines Priesters, dem wenige Tage alten Kind abgeschnitten,
sorgfältig eingesammelt und feierlich in der Erde begraben. Die Mädchen und Frauen werden
sich nie ihre Haare schneiden lassen; die Männer sollten zumindest einen Schnurrbart tragen.
Das rituelle Eintauchen in die »Weiße Quelle« von Lalisch ist offenbar als Taufe mißverstan-
den worden, ist aber wohl nur ein zusätzlicher, segenbringender Reinigungsritus, der heute
wegen der politischen Verhältnisse ohnedies kaum mehr praktizierbar ist.
Die Knabenbeschneidung wird, islamischer Tradition folgend, durchgeführt »zu Ehren Abra-
hams, der seinen Sohn Ismail auf Befehl des Allmächtigen opfern wollte«. 8 Stirbt jemand
unbeschnitten, soll das Versäumte am Leichnam nachgeholt werden. Angehörige sollen nicht
um ihre Verstorbenen trauern. Trauer ist den Yezidi verhaßt. Sie glauben, wenn ein Mensch
begraben wird, sei er noch nicht wirklich tot. Seine Seele möchte dann umkehren und den von
der Beerdigung nach Hause zurückkehrenden Trauernden folgen. Deswegen wird das Grab so
gebaut, daß Steine auf den Toten fallen, sobald das Grab zugeschüttet wird. Dann erst stirbt
der Begrabene wirklich, und seine Seele kann dem Körper entfliehen.
Die Toten erwartet kein Höllenfeuer. Ein Mythos, dessen Grundzüge Giuseppe Furlani auch
bei den Mandäern im zweitletzten Kapitel ihres Johannesbuches nachgewiesen hat, besagt:
Gott und der Engel Pfau saßen beide als Vögel auf dem Weltenbaum. Der Engel Pfau betrach-
tete sich als Gott ebenbürtig und wurde zur Strafe von diesem in die Hölle geschickt, wo er
7.000 Jahre lang weinte, bis er mit [9] seinen Tränen das Höllenfeuer löschte. Darauf kehrte
er voller Reue zu Gott um und erklärte Gott als den Schöpfer und sich als Geschöpf, worauf
er in Gnaden wiederaufgenommen wurde. 9 Die Seelenwanderung ist weiterhin fester Be-
standteil yezidischen Glaubens, wenn auch die alten Vorstellungen einer bis zu siebenmaligen
Reinkarnation des Menschen nach seinem Tode je nach seinen Taten in aufsteigender oder
absteigender »Kaste« oder als niedrigeres Tier gegenwärtig zu verblassen scheinen.
7 Der Wochenfeiertag der Yezidi ist der Mittwoch, weil Azda (= Ahura Mazda) den Melek Tā‛ūs oder den Engel
Ğibrā’īl an diesem Tag geschaffen hat und weil Adam und Eva an diesem Tag erschaffen wurden, sagen einige
Yezidi; doch stimmt die Begründung nicht mit den Mythen überein. Andere sagen, Gott habe Ğibrā’īl an diesem
Tag den Befehl gegeben, die Erde zu schaffen. Ebenso seien Ğāhid ibn Ğār, ein besonders verehrter Heiliger,
und Zarathustra an diesem Tag geboren worden, so E. Sever, Yezidilik ve Yezidilerin Kökeni, Istanbul 1993, 123.
Der Mittwoch ist der Tag des Gebets; man besucht einander, ißt besondere Speisen und enthält sich des Ge-
schlechtsverkehrs sowie jeglicher Arbeit. Einmal im Jahr, am »Roten Mittwoch«, dem ersten Mittwoch im April,
der gleichzeitig der Anfang des yezidischen Jahres ist, kommt der melek tā’ūs auf die Erde herab.
8 Ch. Issa, Die ēzidische Religion..., 111.
9 Siehe dazu insbesondere F. Meier, »Der Name der Yazīdī’s...«, 647 f.
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Die Yezidi glauben, daß ihr vollständiges heiliges Buch namens Zanfūr im Himmel aufbe-
wahrt und auf Erden nur mündlich tradiert werde. Es ist irdisch jedenfalls bislang nicht aufge-
taucht, und vielleicht ist dieses Buch überhaupt nur eine fiktive Größe, die den Yezidi neben
Juden, Christen und Muslimen den Status einer »Buchreligion« und damit Schutz in ihrer
islamischen Umwelt sichern sollte. Dem gleichen Zweck dienen möglicherweise die einzigen
bislang bekannt gewordenen >Heiligen Bücher< der Yezidi, das »Schwarze Buch«, auch die
»Schwarze Schrift« genannt (kitāb-i aswad bzw. mashaf-i räš), und das »Buch der Offenba-
rung« (kitāb-i ğälwä). Umfangmäßig sind sie sehr knapp und füllen etwa acht respektive drei
Druckseiten. Sie werden teils dem 722 verstorbenen, von den Yezidi verehrten islamischen
Asketen und Sufi Hasan al-Basri zugeschrieben, teils dem Sekretär des Scheich ‘Adi namens
Fakhreddin. Scheich ‘Adi gilt den Yezidi als Gründer oder als Reformer ihrer Religion.
Höchstwahrscheinlich ist dieser Scheich ‘Adi identisch mit dem im Jahre 1162 verstorbenen
Sufi-Heiligen ‘Adi al-Musāfir, Beide historischen Gestalten sind uns deswegen wichtig, weil
sie gewisse Anhaltspunkte für das Alter der yezidischen Religion bieten. Außer diesen beiden
Büchern existiert in schriftlicher Form nur noch ein Hymnus des Scheich ‘Adi, der die mysti-
sche Verschmelzung mit Gott rühmt. Zudem wurden neuerdings einige Gebete und Hymnen
schriftlich fixiert.
Beide heiligen Schriften gelten den zeitgenössischen Yezidi nicht – wie etwa der Koran den
Muslimen – als in jeder Hinsicht verbindliches und authentisches Gotteswort, sondern sie
stehen als Zeitdokumente yezidischer Geschichte und Theologie – wie die Bibel bei den
Christen – kritischer Analyse offen. Dies wird Veränderungen zur Folge haben, denkbar sogar
für ganz konkrete Gebote und Verbote wie Speisetabus, mehr noch aber im Umgang mit den
ziemlich widersprüchlichen mythologischen Partien der Texte.
So beginnt das »Buch der Offenbarung« damit, daß der melek tā’ūs, der »Engel Pfau« bereits
vor der Erschaffung der Welt da war. Er allein lenkt und leitet die Welt und duldet niemanden
neben sich. Das »Schwarze Buch« hingegen fängt mit einem ganz anderen Mythos von der
Erschaffung der Welt an: »Am Anfang schuf Gott aus seinem geliebten Schoße eine weiße
Perle, und er erschuf einen Vogel, dem er den Namen Anfar gab, und die eine Perle legte er
hin auf dessen Rücken, und er saß 40.000 Jahre auf ihr.« 10 Es folgen hier weitere Schöp-
fungsberichte; zusätzliche Varianten liefert die mündliche Tradition.
[10] An den einzelnen Wochentagen erschuf Gott die sieben Haupt-Engel; im »Schwarzen
Buch« handelt es sich um sieben Gottheiten. Einem anderen Mythos zufolge halfen diese En-
gelwesen Gott bei der nachfolgenden Schöpfung. Oberster Engel aber wurde der melek tā’ūs,
der »Engel Pfau«. »Danach erschuf er das Bild der sieben Himmel und die Erde und die Son-
ne und den Mond«. 11
Den Engeln, die Gott schuf, sind Vogel- und Gestirn-Symbole beigegeben ebenso wie be-
rühmte religiöse Gestalten, etwa Scheich Hasan – gemeint ist der Sufi-Heilige Hasan al-Basri,
der Sufi al-Hallāğ oder Fakhreddin, die damit als Inkarnationen bestimmter Erzengel gewür-
digt werden. Im übrigen kehrt das Vogelmotiv in vielen Variationen immer wieder.
Wie im Falle des Vogelmotivs gibt es überhaupt wenig Einheitliches, kaum Verbindliches
und nur spärlich Verbindendes in dieser Religion. Deshalb hat Gernot Wießner die Yezidi in
10 Mashaf-i räš..., I, 25.
11 Mashaf-i räš..., X, 27.
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einem Interview in der Yezidi-Zeitschrift »Dengē Ēzīdiya« 12 dazu aufgefordert, endlich »eine
eigene Theologie zu entwickeln«. 13 Doch wie entwickelt man eine eigene Theologie?
Wenn auch noch keine eigene Theologie, so doch Grundsätzliches zur Lehre können wir aus
dem Buch eines seit 20 Jahren in Berlin lebenden Yezidi erfahren, das demnächst im Kölner
Buch-Verlag Böhlau erscheinen soll. Der Autor, der bereits erwähnte Chaukeddin Issa, hat
seine grundlegenden Gedanken dafür bereits 1994 in einem im Selbstverlag in einer Auflage
von 50 Exemplaren gedruckten, 148seitigen Buch mit dem Titel »Die ēzīdische Religion«
niedergelegt. Durch glückliche Umstände gelangte es in meine Hände. Außerdem hat mir der
Verfasser bestimmte Vorstellungen persönlich erläutert. Dieses erste Buch eines Yezidi in
einer europäischen Sprache wird wohl ein Leitfaden vor allem für die 2. und 3., bereits
deutschsprachige Yezidi-Generation werden, soll aber auch die Deutschen über diese Religion
informieren und zudem ökumenische Kontakte mit den Kirchen erleichtern.
Chaukeddin Issa ist ein gebildeter irakischer Kurde. Er hat Geographie studiert und ist Dol-
metscher für Arabisch und Kurdisch. Er leitet das Lalisch-Zentrum in Berlin. Sein Vater soll –
wie er selbst formuliert – »den Lernprozeß bei den Ēzīdī« eingeleitet haben; deshalb hatten
sie ihm den ehrenvollen Beinamen »der Lehrer« gegeben. Seine Religion sei eine »lebende
Fossilie«, erklärte er mir, »und dringend reformbedürftig«. Der inzwischen nach Baghdad
umgesiedelte Ēzīdī-Rat des irakischen Heiligtums von Lalisch bestünde aber aus alten, recht
unbeweglichen Herren, ohne deren Zustimmung sich letztlich nichts bewegen ließe.
Issa versteht sich daher als yezidischer Reformator, zum Beispiel wenn er einen Teil der
strengen Tabu-Regeln attackiert. Einige dieser traditionellen Tabus sind: Die Yezidi dürfen
nicht im Monat April heiraten. Sie dürfen keine blaue Kleidung [11] tragen; »Blau« gehört
auch zu den Tabu-Worten, die nicht ausgesprochen werden dürfen; es gilt als Farbe der Trau-
er. Allerdings haben die auch bei den jungen Yezidi sehr beliebten >Blue Jeans< die Tabu-
Ordnung ein wenig durcheinandergebracht, so daß jetzt der tabuisierte Farbton auf ein ganz
bestimmtes Blau-lilaschwarz beschränkt worden ist. Andere Tabu-Worte sind »Satan« und
»melek tā’ūs«. Teils allen Yezidi, teils nur bestimmten Priestern sind unter anderem zum Ver-
zehr verboten: Zwiebeln, Kohl, Blumenkohl, Kürbis, Bohnen, Schweinefleisch, Fisch, Gazel-
le, Reh und Hahn. Alkohol ist hingegen – wie im Judentum – nicht verboten. In der Frauen-
frage tritt Issa – und hier gibt es wieder Parallelen zu den Alevi – für die volle Gleichberech-
tigung der Frau ein; Yezidi-Frauen sind zwar generell besser gestellt als die Musliminnen,
aber nicht gleichberechtigt.
Issas Buch ist eines der ganz seltenen Selbstzeugnisse eines gläubigen Yezidi von heute. Es
vermittelt vor allem den jungen yezidischen Laien Kenntnisse der eigenen Religion bis hin
zum Wortlaut der beiden heiligen Schriften. Darüber hinaus spiegelt es das eindringliche Be-
mühen wider, der yezidischen Religion heute zum Überleben zu verhelfen. Das ist dringend
erforderlich, weil in fremder Umgebung nicht nur die lokalen Traditionen der Heimat rasch in
Vergessenheit geraten, sondern zentrale Riten – wie die Wallfahrt zum Heiligtum des Scheich
‘Adi in Lalisch – gar nicht mehr praktizierbar sind.
Issa vertritt die Meinung, daß die Religion der Yezidi bereits 4000 Jahre alt sei und somit die
älteste Religion überhaupt, älter als der Zoroastrismus, älter entsprechend auch als die großen
monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam. Daß man seine eigene Reli-
gion zur Mutter aller anderen Religionen hochstilisiert, ist nicht neu – man denke an die soge-
12 Die Zeitschrift »Dengē Ēzīdiya « wurde mit der 5. Ausgabe vom April 1996 in »Denge Ēzīdiyan« umbenannt.
13 G. Wießner, »Die Kurden müssen eine eigene Theologie entwickeln«, in: Dengē Ēzīdiya 4, Juni 1995, 31-33,
in türkischer Übersetzung, 34-36.
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nannte Abrahamlegende im Koran, die den Islam zur Urreligion erhebt. Der bei den Yezidi
verehrte Zarathustra wäre demnach ursprünglich kein eigenständiger Religionsgründer, son-
dern lediglich ein Reformator der viel älteren yezidischen Religion gewesen, sei damit aber
nicht durchgedrungen und habe deshalb schließlich seine eigene Religion gegründet. Wissen-
schaftlich betrachtet ist diese These sicherlich nicht haltbar, aber sie verhilft uns dazu, mehr
über das heutige Selbstverständnis der Yezidi zu erfahren.
Über die Rolle des Zoroastrismus in der eigenen Religion ist inzwischen eine heiße Diskussi-
on unter den in Deutschland lebenden Yezidi entbrannt. Denen, die erklären, die Yezidi hätten
nichts mit den Zoroastriern zu tun, wirft man vor, sie würden damit gleichzeitig ihrem Kur-
dentum eine Absage erteilen, was einige auch tatsächlich beabsichtigen, verstehen sie sich
doch auch als Nachfahren der Assyrer oder auch der Sumerer. Der sehr heftige religiöse Streit
mit nationalistischen Implikationen ist ein Novum in der yezidischen Geschichte und nur in
der heutigen Diaspora-Situation denkbar. Die mitgliederstarke »Union Zarathustrischer (!)
Yeziden in Celle und Umgebung e.V.« mischt in diesem Streit, der bereits die Einheit der
Yezidi bedroht, eifrig mit. In Kürze soll zu dieser Problematik vielleicht in Osnabrück – eine
Konferenz mit hochrangigen yezidischen Würdenträgern aus dem In- und Ausland veranstal-
tet werden; bislang wurde sie aber immer wieder aufgeschoben. Ich bin als »rede-berechtigter,
aber nicht-stimm-berechtigter Gast« dazu eingeladen mit der Begründung, man hoffe, daß
Nicht-Yezidi bei der Wahr- [12] heitsfindung hilfreich sein könnten. Der Selbstfindungspro-
zeß der Yezidi ist jedenfalls ganz vehement im Gange. 14
In den Streit um die Rolle des Zoroastrismus in der eigenen Religion gehört auch der melek
tā’ūs, der »Engel Pfau«, hinein. Er, nicht der Schöpfergott khode, »der Herr«, ist im yezidi-
schen Glauben die Zentralfigur, ähnlich wie im Christentum Jesus Christus, »der Sohn und
Erlöser«, weithin wichtiger ist als »der Vater«.
Der Engel Pfau soll den Geheimnamen šaytān, »Satan« tragen. Daß mit dem Pfau auch Böses
verbunden sein kann, findet man bei den Mandäern, wo eines der abgefallenen Lichtwesen
den Beinamen »Pfau« trägt. 15 Der yezidische Pfau war auch der Verführer Adams. Nicht ein
Apfel, sondern eine Handvoll Weizen wurde ihm zum Verhängnis. Weil Adam noch keinen
After hatte, bekam er nach dem Verzehr des Weizens einen mächtigen Blähbauch. Melek
tā’ūs jedoch war, nachdem er Adam aus dem Paradiesesgarten vertrieben hatte, wieder in den
Himmel emporgestiegen und hatte Adam in seinem Elend allein gelassen. Da sandte »Gott
Adam einen Vogel, der ihm eine Öffnung schuf. So bekam Adam Ruhe«. 16
»Man darf vermuten,« meint Gernot Wießner, »daß Melek Tā’ūs ursprünglich der Gegengott
eines dualistischen Systems war, der erst unter dem Einfluß monotheistischer Religionen mit
ausgebildeter Engellehre, etwa des orientalischen Christentums oder des Islam, zum ersten
Engel der Schöpfung wurde.« 17 Im yezidischen »Buch der Offenbarung« scheint melek tā’ūs
14 Dengē Ēzīdīyan 5, April 1996, 8 f., berichtet in einem Redaktionsartikel von einer »Veranstaltung zur Grün-
dung eines Zentralrates der Yeziden« am 24. 12. 1995 unter Beteiligung des stellvertretenden geistlichen Ober-
hauptes der Yezidi, Hadi Baba Sheikh, und des weltlichen Oberhauptes der Yezidi, Ziad Tahsim Beg, in Groß-
moor bei Celle. Die wichtigsten Aufgaben des Zentralrats sind: Auseinandersetzung mit den Grundaussagen und
mit der Geschichte des »Yezidentums«, die Vereinheitlichung der yezidischen Religion sowie deren Vermittlung
an die Jugendlichen.
15 K. Rudolph: Theogenie, Kosmogonie und Anthropologie in den mandäischen Schriften, Göttingen 1965, 112
ff., 136 f.
16 Mashaf-i räš..., XVIII-XIX, 31 f.
17 G. Wießner, » > ... in das tötende Licht einer fremden Welt gewandert. < Geschichte und Religion der Yezidi«
in: R. Schneider (Hg.), Die kurdischen Yezidi. Ein Volk auf dem Weg in den Untergang, Göttingen 1984, 31-46,
44.
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jedenfalls Gott zu sein; denn es beginnt mit den Worten: »Derjenige, der vor aller Schöpfung
gewesen ist, ist der melek tā’ūs«. Wenn man den anschließenden, in der Ich-Form formulier-
ten Text auf ihn bezieht, dann hat dieser melek tā’ūs nicht nur göttliche Qualitäten, sondern ist
selbst Gott; denn es heißt ausdrücklich, er dulde keine anderen Gottheiten neben sich. Seiner
Selbstdarstellung entspricht, daß seine ethischen Auforderungen, seine Gebote und Verbote
von höchster Stelle kommen. Dann könnte der melek tā’ūs das »alter ego« des Großen Gottes
sein, was auch – wenngleich ohne dies weiter zu begründen – Jemal Nebez annimmt, 18 also
eine besondere Erscheinungsform des Schöpfergottes. Dies ist die eine Möglichkeit der Inter-
pretation.
In der »Schwarzen Schrift« hingegen stehen sich Gott und der melek tā’ūs gegenüber. Hier ist
der melek tā’ūs eindeutig Gottes Geschöpf. Mit dem grundlegenden Schöpfungsakt hat Gott
seine Aktivitäten abgeschlossen und die weitere [13] Leitung der Welt dem melek tā’ūs über-
lassen. Nur kommt Gott einem anderen Mythos zufolge einmal im Jahr am Newruz-Tag, dem
Neujahrstag am 1. Mittwoch im April, auf die Erde. Dasselbe erzählt man allerdings auch
vom melek tā’ūs. Dieser ist hier der Oberengel. Er ist aber auch die Obergottheit; denn in der
»Schwarzen Schrift« wird der Schöpfungsakt in zwei Phasen gegliedert, die beide nicht von
Engeln, sondern von »Gottheiten«, von »ilāhi«, gestaltet wurden, zu denen auch der melek
tā’ūs gehört.
Ganz besonders macht der Forschung zu schaffen, daß dieser »Zweitgott« oder Oberste aller
Erzengel melek tā’ūs heißt. Wenngleich einige Forscher noch meinen, die Bezeichnung melek
entspreche dem Hebräischen mélekh, »König«, so darf doch als gesichert gelten, daß tatsäch-
lich der hebräische Begriff malákh, »Engel« oder »Bote«, dahintersteht, weil alle weiteren
Erzengel, auch Gabriel und Michael, den gleichen Titel tragen und weil bei den Yezidi es
keinen Sinn macht, wenn sie alle Könige sein sollten.
Aber warum heißt er tā’ūs, »Pfau«? Der Pfau hat in der persischen Mythologie eine besonde-
re Bedeutung, die im Pfauenthron des Schah eine späte Wiederbelebung fand. Die aus Indien
kommenden Pfauen sind wegen ihres prächtigen Gefieders immer etwas Besonderes gewesen.
In Mesopotamien kannte man diese Vögel spätestens seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. Die alten
Römer verspeisten Pfauenbraten als Delikatesse; Pfauen waren auch die heiligen Vögel ihrer
Göttin Juno. Weil man glaubte, das Pfauenfleisch halte sich über ein Jahr lang nach dem Tod
noch frisch oder sei gar gänzlich unverweslich – derartige Überzeugungen werden insbeson-
dere dem Kirchenvater Augustinus zugeschrieben –, wurde der Pfau in der frühchristlichen
Kunst als »Symbol der Auferstehung« dargestellt. Vielfach werden dem Pfau und seinen Fe-
dern magische Kräfte zugeschrieben. Dem persischen Sufismus gilt der Pfau als Symbol für
die Sehnsucht nach dem Paradies. Bei den Yezidi ist er – wohl wegen der leuchtenden Kreise
oder Augen in seinem Gefieder – dem Sonnengott beigeordnet, so wie andere Tiere anderen
Gottheiten.
Chaukeddin Issa verweist in seinem genannten Buch auf Zusammenhänge mit indischen My-
then und auf den indoiranisch-kurdischen Hintergrund der Pfauen-Verehrung. Im übrigen
mokiert er sich über die Behauptung, der von den Yezidi hochverehrte Pfau habe überhaupt
etwas mit dem Engel tā’ūs zu tun. Das arabische Wort tā’wūs gehe vielmehr auf den griechi-
schen Begriff theós, »Gott«, zurück. 19 Ursprünglich habe dieser Engel melek theós geheißen,
was erst später zu melek tā’ūs verballhornt worden sei. Entsprechende Meinungen hatten
18 J. Nebez, »Geleitwort«, in: Ch. Issa, Die ēzidische Religion..., 15 f.
19 Gemäß einer von Ch. Issa mündlich vorgetragenen Etymologie. – Die Bezeichnung »Gott Tā’ūs« findet sich
in einer der von Isaya Joseph 1909 publizierten arabischen Handschriften, deren Varianten M. Bittner, Die Hei-
ligen Bücher..., 87, aufgelistet hat.
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schon früher J. Spiro und N. C. Luke vertreten. 20 Dann würde melek tā’ūs ursprünglich »der
Gott-Engel« bedeuten oder der Engel, der »wie Gott ist« im Sinne des Obersten oder des
»Ersterschaffenen« aller Engel.
[14] Für den griechischen Sprachbereich könnte in diesem Sinne der jüdische Religionsphilo-
soph Philo Alexandrinus, ein Zeitgenosse Jesu, beansprucht werden: Ihm als ordentlichem
Juden war es ganz selbstverständlich, daß es nur einen geben kann, der ho theós, »der Gott«,
ist. Weiteren Größen aber wie der Sophía, dem Lógos oder dem Nous gebühre durchaus das
Prädikat theós, »eine Gottheit«. Entsprechendes findet sich im frühen Christentum für Jesus
als den Logos: »Im Anfang war der Logos und der Logos war bei dem Gott (ho theós), und
eine Gottheit (theós) war der Logos« (Joh 1,1). Genügt das aber für die Annahme, der Oberste
aller Erzengel könnte im antiken Judentum ebenfalls als theós prädiziert worden sein?
Tatsächlich haben das Alte Testament und das Judentum sehr starken Einfluß auf die Yezidi
und auf ihre Mythologie gehabt, stärker als man in der Forschung gemeinhin annimmt. Dies
könnte damit zusammenhängen, daß das Kerngebiet ihrer Verbreitung, in der Antike das Kö-
nigreich Adiabene, durch den Übertritt des Königs Izátes II. (regierte 30-54 n. Chr.) und sei-
ner Familie zum Judentum massiven jüdischen Einflüssen offenstand. Ob das ausreicht, um
diese Theorie zu bestätigen, bleibt aber unsicher.
So viel Plausibilität man auch für die Deutung des melek tā’ūs als »Gott-Engel« aufbauen
mag, die Schwierigkeiten bleiben zu groß, besonders in philologischer Hinsicht: wie konnte
das Epsilon von theós zu dem langen a-Laut in tā’ūs werden, wie aus dem griechischen Theta
ein Tau? Auch die sprachliche Mixtur von Arabischem und Griechischem schafft Unbehagen,
Wesentuch näherliegend bleibt die Annahme, daß in der Engelbezeichnung melek tā’ūs das
Wort tā’ūs nie etwas anderes gewesen ist als die Bezeichnung für den Vogel Pfau, die auch in
die griechische Sprache eingedrungen ist, teils als taόs, teils als tahós. Bleiben wir also doch
trotz Ch. Issa und seiner auch für mich sehr verlockenden These von dem »Gott-Engel« beim
»Engel Pfau« als gottheitlichem Wesen in der Yezidi-Mythologie, wie immer es zu dieser
hohen Bedeutung gerade des Pfaus gekommen sein mag.
Im übrigen ist tā’ūs, »Pfau«, nicht der Eigenname dieses Engels, sondern eine Art Würdetitel,
der besagt, daß dieser Engel mit dem als gottheitlich betrachteten Pfau identisch ist oder im
Pfau in Erscheinung tritt. Der alte Eigenname dieses Engels ist nach dem »Schwarzen Buch«
der Yezidi ‘Azrā'īl; ihn hat Gott am ersten Tag der Schöpfungswoche erschaffen. Heute wird
der »Engel Pfau« von den Yezidi oft mit dem am 5. Tag der Schöpfungswoche erschaffenen
Erzengel Ğibrā’īl (biblisch Gabriel) identifiziert, sicherlich ein sekundärer Einfluß des Islam,
dem der Offenbarungsengel Ğibril als ranghöchster aller Engel gilt, während im Judentum
stets Michael diese Position innehatte, der dem »Schwarzen Buch« der Yezidi gemäß am 4.
Tag der Schöpfungswoche zustandekam. In einer arabischsprachigen Yezidi-Handschrift ist
der Engelname Ğibrā’īl sogar als sekundäre Lesart anstelle von melek tā’ūs eingedrungen. 21
[15] Die Yezidi besitzen sieben amtliche, aus Metall gefertigte Pfauen-Statuen, von denen die
größte, die 308 Kilo schwer ist, im Zentralheiligtum zu Lalisch im Irak steht. Die anderen,
auch als sanğaq bezeichnet, werden einmal im Jahr im Herbst nach der Ernte im Auftrag des
Zentralrats in die sechs Hauptsiedlungsgebiete der Yezidi entsandt, um dort heilkräftig zu
wirken und um die Abgaben für die Priesterfamilien entgegenzunehmen. Aus diesen Gründen
20 J. Spiro, Les Yezidi ou les Adorateurs du Diable, Neuchâtel 1990, 24 u. H. C. Luke, Mosul and its Minorities,
London 1925, 123.
21 Zur Gleichstellung von Ğibrā’īl mit dem »Engel Pfau« siehe K. Müller, Kulturgeschichtliche Studien zur Ge-
nese pseudo-islamischer Sektengebilde in Vorderasien, Wiesbaden 1967, 164 f. u. 370 f.
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kommt heutzutage gelegentlich auch einer dieser »Pfauen« nach Deutschland. Die meisten
dieser alten Vogel-Embleme ähneln allerdings eher Tauben, oder Enten, als dem Pfau, was
zeigt, daß der yezidische Pfauen-Kult eine einst breitere Palette heiliger Vögel in sich aufge-
nommen und symbolisch vereinheitlicht hat.
Jedenfalls spielt in der heutigen Welt der Yezidi der Pfau nach wie vor eine große Rolle. Er
ist das Symbol für ihr Volk. Die Embleme der nationalen Union der Yezidi in Armenien sind
ein radschlagender Pfau mit seinem prachtvollen Gefieder und die Sonne. Als yezidisches
Nationalsymbol hat dieser Pfau allerdings viel größere Bedeutung als etwa der Adler bei uns
im Bundestag; denn der Pfau ist ja zugleich religiöses Symbol, eben die Verkörperung des
höchsten aller Erzengel. Der mächtige »Engel Pfau« lenkt sämtliche Geschicke in dieser Welt
und beschützt die Gläubigen in der Not.
Wie tief die Beziehung der gläubigen Yezidi zu ihrem melek tā’ūs ist, läßt sich an dem fol-
genden Beispiel zeigen: Im Februar 1995 mißlang ein Attentat auf einen yezidischen Pir in
Celle. Ein Sprecher der Union Zarathustrischer Yeziden in Celle schrieb dazu: »Der glückli-
che Ausgang des Attentats war ein großes Glück für (Pīr) Fakir Ali, aber auch für uns und
unsere Religion. Niemand vermag abzuschätzen, welchen Verlust wir hätten hinnehmen müs-
sen, wenn der Täter seinen Plan verwirklicht hätte. Wir glauben, daß Tawūsī Melek um uns
gewußt und mit seiner Macht eine schlimmes Ende abgewendet hat.« 22 So göttlich ist der
»Engel Pfau«, der Bewahrer und Beschützer der so arg geschundenen Yezidi.
[16]
Literatur
Für diesen Beitrag war ich auf eine Reihe von mündlichen Informationen angewiesen. Die
yezidischen Informanten gestatteten es mir, diese weiterzugeben, baten mich aber, ihre Na-
men nicht preiszugeben. Einige Informanten habe ich der am 18. 11. 1994 in »Bayern 3« aus-
gestrahlten Fernsehsendung von Zarik Avakian »Die Kinder des heiligen Pfau. Die Yeziden:
Wiederentdeckung einer verschollenen Religion« über die Yezidi in Armenien entnommen.
Aus den genannten Gründen beschränke ich mich darauf, lediglich die hauptsächlich benutzte
Literatur anzugehen:
Beysanoğlu, S., İnançları, Gelenek ve Görenekleri ile Yezīdīler (Die Yezidi – ihr Glauben,
ihre Tradition und ihr Brauchtum), Ankara 1988.
Bittner, M. (Hg.), Die heiligen Bücher der Jeziden oder Teufelsanbeter (Kurdisch und Ara-
bisch), hs., übers. u. erläutert nebst einer grammatischen Skizze (Denkschriften der Kaiserli-
chen Akademie der Wissenschaften in Wien. Philosophisch-historische Klasse, Bd. LV),
Wien 1913.
Dengē Ēzīdiya 5, Juni 1995 und Denge Ēzīdiyan 5, April 1996. Zeitschrift auf Deutsch, Kur-
disch, Türkisch, Celle.
Kirchenamt der EKD (Hg.), Die Yeziden. Eine Arbeitshilfe, Hannover 1992.
Furlani, G., Testi religiosi dei Yezidi, Bologna [1930].
G[ibbs], J. W., »Melek Tāus of the Yezidis«, in: JAOS 3, 1855, 502 f.
22 Redaktionsartikel »Mordanschlag auf Fakir Ali«, in: Dengē Ēzīdiya 4, Juni 1995, 9.
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Guest, J. S., The Yezidis. A Study in Survival, London; New York 1987 (mit ausführlicher
Bibliographie).
Hehn, V. Kulturpflanzen und Haustiere in ihrem Übergang aus Asien nach Griechenland und
Italien sowie in das übrige Europa (Historisch-linguistische Studien, hg. v. O. Schrader), Ber-
lin 4 1911, 286-294.
Issa, Ch., Die ēzīdische Religion, Berlin 1994.
Lidzbarski, M., »Ein Exposé der Jesiden«, in: Zeitschrift der Morgenländischen Gesellschaft
(ZDMG) 51, 1897, 592-604.
Luke, H. C., Mosul and its Minorities, London 1925.
Meier, F., »Der Name der Yazīdī`s« (Westöstliche Abhandlungen. Rudolf Tschudi zum sieb-
zigsten Geburtstag 1954), in: Glassen, E.; Schubert, G., (Hg.), Bausteine II. Ausgewählte Auf-
sätze zur Islamwissenschaft von Fritz Meier, Istanbul 1992, 635-648.
Menzel, Th., Art. »Yazīdī«, in: Gibb, H. A. G.; Kramers, J. H., Shorter Encyclopaedia of Is-
lam, Leiden 1959, 2 1974, 641-645 (mit Bibliographie).
Müller, K., Kulturgeschichtliche Studien zur Genese pseudo-islamischer Sektengebilde in
Vorderasien (Studien zur Kulturkunde, Bd. 22) Wiesbaden 1967, 132-383.
[17]
Öztemir, B. M., Yezidiler ve Süryaniler, Istanbul 1988.
Sever, E., Yezidilik ve Yezidilerin Kökeni (Das Yezidentum und der Ursprung der Yeziden),
Istanbul 1993.
Spiro, J., Les Yezidi ou les Adorateurs du Diable, Neuchātel 1900.
Stevens, E. A.; Lady Drower: Peacock Angel, London 1941.
Wießner, G., » > … in das tötende Licht einer fremden Welt gewandert. < Geschichte und Reli-
gion der Yezidi«, Göttingen 1984, in: Schneider, R. (Hg.), Die kurdischen Yezidi. Ein Volk
auf dem Weg in den Untergang (pogrom-Taschenbücher 1011) Göttingen 1984, 31-46.
Wießner, G., Art. »Yezidi«, in: Tworuschka, M. u. U. (Hg.): Bertelsmann Handbuch Religio-
nen der Welt. Grundlagen, Entwicklung und Bedeutung in der Gegenwart, Gütersloh; Mün-
chen 1992, 416-418.
Zur Autorin
Frau Ursula Spuler-Stegemann ist Honorarprofessorin für Religionsgeschichte an der Phi-
lipps-Universität Marburg und lehrt Religionswissenschaft und Türkisch. Sie studierte Orien-
talistik, Semitistik (u.a. Arabisch, Persisch und Türkisch), Vergleichende Religionswissen-
schaft und Germanistik. Seit mehr als dreißig Jahren arbeitet sie schwerpunktmäßig zum Is-
lam der Gegenwart und forschte auch über die Yeziden. Die Verfasserin und Herausgeberin
zahlreicher Publikationen lebt in Marburg.
Обновлено (19.01.2010 16:47)
ADABI

